„Kurztrip” vom Brenner zum GardaseePfunderer Joch, Dolomiten, OrtigaraAlpenüberqerung 2005 |
Streckenverlauf der 6 Etappen: Brenner - Pfunderer Joch - Astjoch -
Geislergruppe - Seiser Alm - Fassatal - Rifugio Refavaie - Valsugana - Ortigara - Riva
Start: Samstag, 2. Juli 2005 - Stop: Donnerstag, 8. Juli 2005 - Kilometer: 410 km - Höhenmeter: 12300 hm
Lange herrschte dieses Jahr große Unsicherheit. Ich bin seit zwei Monaten Vater und total unschlüssig, ob ich der Familie eine Alpentour antun kann und will. Die arme Mama mit dem Schreihals so lange alleine lassen? Aber ohne Radtour kann ich ja auch nicht ... Also wird kurzfristig mein alteingesessener Mitfahrer Alexander mobilisiert, ein Termin gesucht und innerhalb von zwei Wochen eine Route zusammengestellt. So lange auf den kleinen Kerl zu verzichten war dann trotzdem sehr hart und hat meine Freude an der Radtour deutlich geschmälert.
Maximal 6 Fahrtage sind erlaubt, also gibt es nicht viel Spielraum bei der Routenplanung. Zunächst bleibt wohl nur ein Start direkt am Brenner. Das wurmt mich zwar, aber im Nachhinein hat sich das bei dem diesjährigen Wetters als goldrichtig entpuppt. Da ich das meiste auf der Linie zwischen Brenner und Gardasee schon kenne, orientiere ich mich bei der Strecke an Alexander, um wenigstens ihm einige neue Highlights zu bieten. Als Neuland für mich setze ich folgendes auf die Liste: Schlüsseljoch, Astjoch bei Sonne, Geislergruppe. Für Alexander füge ich noch hinzu: Pfunderer Joch, Ortigara.
Das Wetter war im Vergleich zum gesamten Sommer akzeptabel. Es hätte schlimmer kommen können, wie der August gezeigt hat. Wir hatten zwar nicht immer Sonne, aber richtigen Regen gab es auch nur an einem Vormittag. Es war allerdings die kälteste Tour, die ich bisher erlebt habe. Selbst letztes Jahr im September war es angenehmer. Nur 25 Grad im Valsugana sagen alles.
Die Tagesberichte im einzelnen:
| Tag | Bericht | Strecke | Daten | Bilder |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Von Null auf Hundert | Obernberg - Brenner - Schlüsseljoch - Kematen - Pfunderer Joch - Pfunders | 60 km 2325 hm |
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| 2 | Auf dem Weg zu den Dolomiten | Pfunders - Rienz - Zumis - Astjoch - Glittner See - Turnaretschhütte - Jakobsstöckl - Maurerberghütte | 53 km 2050 hm |
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| 3 | Von der Geislergruppe zur Seiser Alm | Maurer Berghütte - Würzjoch - Göma - Kreuzkofeljoch - Schlüterhütte - Gschnargenhardtwiese - Brogles Alm - Saltner Schweige - St. Ulrich - Seiser Alm | 55 km 2125 hm |
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| 4 | Auf dem Weg in den Süden | Seiser Alm - Passo Duron - Campitello - Moena - Predazzo - Passo Sadole - Rifugio Refavaie | 62 km 1700 hm |
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| 5 | Durchs Valsugana zum Ortigara | Rifugio Refavaie - Passo Cinque Croci - Valsugana - Rifugio Alpino Marcesina | 65 km 2100 hm |
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| 6 | Weltreise zum Gardasee | Rifugio Alpino Marcesina - Ortigara Hochebene - Rifugio Larici - Monte Rovere - Lavarone - Passo Sommo - Folgaria - Serrada - Rovereto - Riva | 116 km 2000 hm |
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Highlights der Tour:
- Die Passage am Astjoch. Nachdem Alexander und ich 1997 im strömenden Regen auf diesem Hügel herumgeirrt sind, gab es diesesmal Kaiserwetter. Jakobsstöckl und Maurerberg bieten tolle Panoramen, die auch die kurzen Schiebestücke vergessen lassen. Ich vermute aber, dass die Strecke bei schlechtem Wetter mangels Sicht nicht viel Spaß machen wird.
- Sehr beeindruckend fand ich die Schlüterhütte. Wir haben dort zwar weder übernachtet, noch sind wir eingekehrt, aber ihr faszinierende Lage und das einladende Äußere lassen sie als gute Übernachtungsmöglichkeit erscheinen.
- Der Vollständigkeit halber erwähne ich auch das Pfunderer Joch. Als einer der beliebtesten Pässe mit toller Trailabfahrt ist es selbstredend eine Reise wert. Das gleiche gilt auch für die Ortigara Hochebene. Die schroffe Landschaft, die Einsamkeit, und dieses Jahr auch noch Nebel lassen die Gegend unwirklich und beeindruckend wirken. Die Qualen des 1. Weltkriegs scheinen heute noch in der Luft zu hängen.
Tiefpunkte:
- Sechs Tage sind zu kurz. Der geschummelte Start erst am Brenner wirkt auch noch nach.
- Das Tagespensum war etwas zu hoch. Bei nur sechs Fahrtagen lassen sich über 2000 hm am Tag aber gut verkraften.
- Es war zu kalt.
- Ich musste zu lange auf meinen kleinen Merlin verzichten.
- Es war sträflich, dass ich nur ein paar Ersatzbeläge für meine Scheibenbremse mitgenommen habe. Das hat den Abfahrspaß auf den letzten Etappen praktisch vernichtet.

