Von Kiefersfelden (Inntal) zum GardaseeZillertal, Dolomiten, PasubioAlpenüberqerung 2006 |
Streckenverlauf der 8 ½ Etappen: Inntal - Brandenberger Alpen - Zillertal -
Hundskehljoch - Ahrntal - Ochsenlenke - Staller Sattel - Plätzwiese -
Cinque Torri - Val Venegia - Refavaie - Valsugana - Pasubio - Riva

Start: Mittwoch, 12. Juli 2006 - Stop: Donnerstag, 20. Juli 2006 - Kilometer: 550 km - Höhenmeter: 15000 hm
Wir zählen Alpencross Nummer 10, die Auswahl an möglichen Strecken ist dünn geworden. Für dieses Jahr gibt es aber noch ein paar Passagen, die ein wenig Neuland bringen: z. B. das Hundskehljoch vom Zillertal ins Ahrntal und die Ochsenlenke. Ersteres zählt zu den mühevolleren Übergängen und kann als Alternative zum auch nicht einfachen Krimmler Tauern gesehen werden. Die anschließende Ochsenlenke ist eher eine Ochsenwand und beeindruckt mit vielen Höhenmetern auf kleinstem Raum, d.h. man macht kaum Strecke gut. Im weiteren Verlauf fahren wir durch einige noch nicht komplett bekannte Regionen der Dolomiten (Plätzwiese, Cinque Torri) und den für Alexander noch unbekannten Pasubio.
Auch bei dieser Tour bleibt die Familienproblematik bestehen: Frau und Kind (1 Jahr) sitzen alleine zu Hause. Es fällt mir wieder sehr schwer, mich für so eine lange Zeit zu verabschieden. Eine gewisse Grundhektik während der Tour und einige Missstimmungen mit Alexander sind die Folge. Um mit der geplanten Anzahl von 8 Fahrtagen plus Anreisetag hinzukommen, wähle ich als Start Kiefersfelden. Gut zu erreichen, noch in Deutschland und man ist schnell am Hauptkamm.
Mit dem Wetter hatten wir wieder unheimliches Glück. Wie letztes Jahr gab es im Juli praktisch Sonne pur, war aber dieses Mal gut 10 Grad wärmer. Die heißeste Transalp bisher. Gewitter gab es kaum. Wenn ich den abgesoffenen August betrachte, zeigt sich, dass man in diesem Monat besser nicht unterwegs sein sollte.
Noch eine Anmerkung: Durch die Länge der Tour war es nicht möglich Höhenprofile aller Tage zu speichern. Für die ersten beiden Etappen gibt es deshalb leider keines.
Die Tagesberichte im einzelnen:
| Tag | Bericht | Strecke | Daten | Bilder |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Würdevolles Einrollen bei staubfreiem Wetter | Kiefersfelden - Thiersee - Brandenberger Alpen - Kaiserhaus - Brixlegg - Zillertal | 56 km 900 hm |
Seite 1 |
| 2 | Diretissima am Hauptkamm | Zillertal- Mayerhofen - Zillergrund - Hundskehljoch - Ahrntal | 64 km 2050 hm |
Seite 1 |
| 3 | Zurück nach Östereich | Ahrntal - Ochsenlenke - Knuttenalm - Klammljoch - Patscher Hütte | 36 km 1725 hm |
Seite 2 |
| 4 | Ab in die Dolomiten | Patscher Hütte - Staller Sattel - Antholtz - Welsberg - Dürrensteinhütte | 68 km 1525 hm |
Seite 2 |
| 5 | Von den Dolomiti d'Ampezzo ins Agordino | Dürrensteinhütte - Cortina d'Ampezzo - Cinque Torri - Rif. Averau - Alleghe - Falcade | 84 km 1725 hm |
Seite 3 |
| 6 | Von den Pale di San Martino bis ins Lagorei | Falcade - Passo Valles - Val Venegia - Passo Rolle - San Martino - Tognola - Rifugio Refavaie | 67 km 2325 hm |
Seite 3 |
| 7 | Durchs tropische Valsugana zu den sieben Gemeinden | Rif. Refavaie - Passo Cinque Croci - Valsugana - Caldonazzo - Passo della Fricca - Passo del Sommo - Passo Coe | 85 km 2325 hm |
Seite 4 |
| 8 | Vom Monte Maggio zum Pasubio | Passo Coe - Monte Maggio - Passo Borcola - Colle Xomo - Passo Fugazze - Rifugio Papa | 41 km 1700 hm |
Seite 4 |
| 9 | Vom Pasubio nach Riva | Rifugio Papa - Sette Croci - Rif. Lancia - Rovereto - Riva | 52 km 350 hm |
Seite 5 |
Highlights der Tour:
- Kiefersfelden ist als Startpunkt allererste Sahne. Erstaunlich, dass sich so wenige Transalps finden, die dort beginnen. Gut zu erreichen bei der Anreise mit dem Auto und bei der Rückreise mit dem Zug. Außerdem liegt es in Deutschland - Vorraussetzung für eine gelungene Alpenüberquerung. Unsere Halbetappe durch die Brandenberger Alpen ist ebenso ein würdiger Start. Die noch eher mittelgebirgmäßige Landschaft ist genau das richtige zum einstimmen.
- Die Übernachtungen waren alle einwandfrei. Selbst dort, wo wir vor Ort gesucht haben (Zillertal, Ahrntal), kann ich nur Empfehlungen ausprechen.
- Die Ochsenlenke, die wie eine Wand am Rande des Ahrntals steht, ist ein landschaftliches Highlight. Trotz der vielen Höhenmeter ist der Aufstieg im oberen Teil traumhaft. Der Anschluss über Klammljoch, das fantastische Arvental und die Übernachtung in der Patscher Hütte zählen zum schönsten, was ich so erlebt habe. Ganz lustig ist auch die Tatsache, dass man aus Italien wieder nach Österreich hineinfährt.
- Auch das mir bereits bekannte Val Venegia will ich nochmal erwähnen, da ich es diesesmal ohne Regen in seiner vollen Pracht erleben durfte. Der Pasubio beeindruckte mich ebenso ein weiteres mal mit seinen unvorstellbaren Geschichten aus dem Ersten Weltkrieg und der einmaligen Lage der Rifugio Papa.
Tiefpunkte:
- Ich traue mich gar nicht es auszusprechen: Es gab zuviel Sonne/Hitze. Beim Aufstieg aus dem Valsugana habe ich das erste mal geschoben, weil es es zu heiß war und wir keinen Hitzschlag riskieren wollten. Natürlich nimmt man sowas gerne in Kauf, wenn dafür Regenfreiheit garantiert wird.
- Das Hundskehljoch war ein äußerst negatives Erlebnis. Dass man sein Rad tatsächlich tragen muss und nicht in irgendeiner Weise schiebend vorwärts kommt, hätte ich nicht gedacht. Mangels entspannter Tragetechnik wurden die letzten 2h zum Joch eine Quälerei. Da wir über die Jahre bereits einiges an Erfahrung mit unangenehmen Situationen aufgebaut haben, hatte das auf die Stimmung allerdings keine negativen Auswirkungen. Daran haben sicher auch die faszinierende Gerölllandschaft und die Einsamkeit ihren Einfluss. Fazit: muss man nicht machen, der Krimmler Tauern ist einfacher.
- Cinque Torri und Averau: nicht mein Ding. Zuviele Touris, zuviele Skipisten, die Landschaft zu weitläufig. Im Vergleich zur Alternative Croda da Lago, Forcela Ambrizzola klar die schlechtere Variante.
- Das übliche Familienproblem, mir war die Tour zu lang. Hoffentlich wird das in Zukunft besser.

