Samstag, 19. August 2000
Tag 7: Über den Schlern
Tierser Alpl Hütte - Schlernhäuser - Knüppelsteig -
St. Zyprian (Tiers) - Nigerpass - Karer See - Obereggen

Start: 8.00 Uhr - Stop: 17.00 Uhr - Kilometer: 43 km - Höhenmeter: 1100 hm - Schnitt: 9,2 km/h - Max: 52,7 km/h - Fahrzeit: 4,5 h
Unser Zimmer war voll belegt und die Nacht sehr stickig. Der strahlend blaue Himmel
lädt geradezu ein, heute endlich mal die anspruchsvolle Schlernpassage in Angriff zu nehmen,
die ich damals mit Alexander nicht gefahren bin. Da ich heute eine sehr lange Etappe
bis zum Jochgrimm vorhatte, hatte ich zunächst vorgeschlagen
als Abkürzung das Bärenloch hinunter zu steigen. Das haben schon Mountainbiker
gemacht. Wir haben uns dann aber zum Glück entschieden, den Schlern
mitzunehmen und nur bis Obereggen zu fahren.
Es ist kalt, als wir loslegen. Wir lassen das abenteuerlich erscheinende Bärenloch
links liegen und marschieren entlang des Abgrunds auf einem schmalen Pfad Richtung Schlern.
Nach einiger Anstrengung sind wir auf dem Hochplatteau und haben einen
gigantischen Blick auf die gesamte Seiser Alm. Der Weg zu den
Schlernhäusern (2450 m) ist zwar anspruchsvoll, aber er ist eine
super Übungspiste, da es weder links noch rechts in den Abgrund geht.
Nach einem kleinen Smalltalk mit anderen Bikern an den Schlernhäusern stürzen wir uns schiebend und fahrend zu Tal in Richtung Knüppelsteig. Von diesem habe ich schon so viel gehört, dass ich ihn endlich selbst erleben will. Das Wetter ist optimal dafür. Der Weg ist wirklich ein Erlebnis. Er ist mit Holzstämmen über einen Bach gebaut und extrem steil. Die Holzbohlen sind schwierig zu fahren und kein Fall für Regenwetter (Schieben ginge aber). Nach einer Querpassage gelangen wir über den Gasthof Schönblick (1200 m) wie 1997 nach St. Zyprian (1100 m), wo wir zum Glück eine Möglichkeit zum Essen finden.
Wir sparen uns diesmal den üblen (aber wunderschönen) Fußweg
direkt am Rosengarten
entlang und fahren in brütender Hitze (schlechtes Timing) die Passstraße zum Nigerpass und
der Tscheiner Hütte (1775 m). Der Rest des Tages verläuft auf der gleichen Strecke wie vor
drei Jahren, mit einem Unterschied: kein Regen, dafür Sonne.
Nach der Abfahrt zum Karer See (1500 m) geht es auf den Tempelweg. Von dort
haben wir noch einmal einen tollen Blick auf den hinter uns liegenden Rosengarten, bevor wir schließlich
in Obereggen einrollen.
Da wir keine Unterkunft reserviert haben, müssen wir hausieren gehen.
Nach einigem Hin- und Her mit Schwiegermutter hier, Bekannte da, bekommen wir eine Unterkunft
in der empfehlenswerten
Pension Försterhaus direkt unterhalb der Pension Specker.
Bei jener beenden wir mit ein Paar Weizen, gutem Essen und
einem sagenhaften Blick auf die rot leuchtende Latemar-Gruppe diesen sehr schönen Tag.








