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Montag, 27. August 2001

Tag 3: Durch Davos und über den Scalettapass ins Inntal

Schlappin - Klosters - Davos - Scalettapass - S-Chanf Streckenbeschreibung

Start: 09.30 Uhr - Stop: 19.00 Uhr - Kilometer: 52 km - Höhenmeter: +1600 hm / -1650 hm - Schnitt: 9,0 km/h - Fahrzeit: 5¾ h

Von Schlappin (1643 m) fliegen wir hinunter nach Klosters (1124 m), wo bereits die ersten Magenprobleme aufkommen und sich einer auf die Suche nach einem Klo machen muss. Erst nach einer langen Pause geht es weiter. Über den Mountainbikeradweg geht es hinauf nach Wolfgang (1631 m) und von dort über die Straße nach Davos (1552 m).

Auffahrt nach Dürrboden (2011 m)
Auffahrt nach Dürrboden (2011 m)
An der Dürrboden Alm; im Hintergrund der Scalettagletscher
An der Dürrboden Alm; im Hintergrund der Scalettagletscher

Hier legen wir an einem Supermarkt eine ziemlich frühe Mittagspause ein, während der sich die nächsten beiden zwangweise zum Klo bei McDonalds begeben. Da ich nun der einzige bin, der nicht mit Magenproblemen zu kämpfen hat, vermuten wir als Übeltäter das Eis aus Gargellen. Jammern hilft aber nicht und so geht es mit getrübter Stimmung weiter zum Scalettapass (2606 m), unserem zweithöchsten Pass. Bis zur Dürrboden Alm (2007 m) ist die Straße geteert und gemütlich zu fahren. An der Alm ist mächtig was los und wir treffen fast alle Biker wieder, die mit uns auf der Gemsli Hütte übernachtet haben. Auch unterwegs sind wir immer wieder einigen begegnet.

Weiterfahrt zum Scalettapass (2606 m)
Weiterfahrt zum Scalettapass (2606 m)
Kurz vor dem Scalettapass (2606 m)
Kurz vor dem Scalettapass (2606 m)

Wir gehen den weiteren Anstieg als erste an. Von jetzt an führt ein alter Saumweg hinauf zum Pass. Zunächst noch fahrbar, wird er bald zur Meisterprüfung für Hartgesottene. Auf groben Geröll und Steinplatten kann man nur noch von mutwilligen Fahrversuchen sprechen. Alexander hält am längsten von uns durch. Das Feld zieht sich weit auseinander. Ich denke, man kann diesen Pass auch bis oben hin fahren, doch steht der Aufwand in keinem Verhältnis zum Erfolg. Der Weg ist schön breit und angenehm zu Schieben und man bekommt so deutlich mehr von der tollen Landschaft mit. Im Internet habe ich kurz vor unserer Abfahrt Fotos gesehen, auf denen der Pass noch tief im Schnee gelegen hat. Davon ist nichts mehr übrig. Bei Kaiserwetter erreichen wir den Übergang.

Am Scalettapass (2606 m) (1)
Am Scalettapass (2606 m) (1)
Am Scalettapass (2606 m) (2)
Am Scalettapass (2606 m) (2)
Abfahrt vom Scalettapass (2)
Abfahrt vom Scalettapass (2)
Abfahrt vom Scalettapass (1)
Abfahrt vom Scalettapass (1)

Karstens Schuhe haben den Aufstieg nicht verkraftet, die Sohle hat sich aus dem Schuh herausgelöst und wir können seine Zehen sehen. In der Not umwickeln wir alles mit Hansaplast und hoffen, dass es eine Weile hält. Über einen netten kleinen Pfad fahren wir zur Alm Funtana (2192 m) hinunter. Nur gelegentlich muss man auf diesem Stück vom Bike. Das Tal versinkt bereits langsam im Schatten und bietet uns traumhafte Lichteindrücke.

Wir treffen noch auf eine größere Gruppe von Bikern aus Kassel, die ihre Tour mit einer Videokamera filmen. Sie haben heute das gleiche Ziel wie wir: S-Chanf. Vor unserem wohlverdienten Feierabend streikt allerings erst mal die Technik. Alexanders Schaltwerk verabschiedet sich auf der Schotterpiste von einem Schaltröllchen. Verzweifeltes Suchen fördert aber die wichtigsten Teile wieder zu Tage und nach einer halben Stunde kann es weitergehen. Kurz nach Susauna gelangen wir auf die Hauptstraße, die durch das Inntal führt.

Da die anderen wegen der blöden Magengeschichte geschafft sind, fahre ich die letzten Kilometer vorraus und erreiche als erster S-Chanf (1662 m). Es dauert eine Weile, bis ich das Hotel Sternen finden kann, das ich für die Übernachtung auserkoren habe. Es liegt gut getarnt direkt an der Hauptstraße. Die Kasseler kommen noch unter, aber für uns ist kein Platz mehr. Ok, es wird langsam dunkel und drei Leute kämpfen mit ihrem Magen und sind ausgepowert. Gute Stimmung gibt es zunächst also keine. Es muss eine Übernachtung her. Die Frau vom Sternen will helfen und schickt uns einige Meter zurück zu einem Hotel. Der Preis (ich weiß ihn nicht mehr genau) ist nicht günstig, aber akzeptabel.

Felix und ich beziehen ein eher unterdurschnittliches Zimmer unter dem Dach. Als ich mich duschen will, bleibt dann beinahe mein Herz stehen. Das Wasser ist bachkalt. Den dritten Tag kalt Duschen? Ich kann es nicht fassen, bei dem Preis eine Unverschämtheit. Gegenüber den letzten beiden Tagen ist das Wasser noch eine ganze Ecke kälter. Die Lust auf dieses Hotel ist mir vergangen. Felix geht nachfragen, was los ist. Resultat: Irgendwas ist kaputt, warmes Wasser gibt es erst wieder in 2 Stunden. Die anderen beiden haben trotzdem geduscht und Hotel wechseln ist nicht mehr, weil sie schon in den Betten gelegen haben. Verdammt! Ich beiße die Zähne zusammen und tue es mir an. Ich bin dem Kältetod nahe. Nach der Dusche bringt Felix Neuigkeiten: wir können ein Zimmer im Nachbargebäude bekommen, da gibt es warmes Wasser. Scheiße, das ist ein Scherz, ich hab doch gerade geduscht!!! Wir ziehen also in das andere Zimmer und ich stelle mich dort noch mal kurz unter das warme Wasser um wieder aufzutauen.

Nach dem guten Abendessen sitzen Felix und ich wieder mit einem der Bikerpärchen zusammen, die uns seit Tagen auf unserer Route begleiten und ebenfalls hier übernachten. Wir tauschen Streckeninfos aus und fachsimpeln ein bißchen. Sie sind zwar sportlich, haben vor ihrer Tour aber null Trainingskilometer absolviert. Sie haben ihre Räder bei Heckmaier geliehen und folgen auch seiner Route.

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